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„Mein Herz schlägt für die Küche“

Dass Julia Tischer richtig gut kochen kann, hat sie Ende Oktober in Berlin bewiesen. Die frisch gekürte Jugendmeisterin der Köche ist außerdem fit im Service und schaut sich demnächst im Hotelmarketing um. Wir haben mit der 25-Jährigen gesprochen.

So sehen Sieger aús (v.l.): die Goldmedaillen-Gewinner Maximilian Gallasch, Julia Tischer, Anne Maria Gerhardt. Foto: Dehoga

Berlin, Ende Oktober im Hotel Adlon Kempinski Berlin. Zum 38. Mal werden die Deutschen Jugendmeister der gastgewerblichen Ausbildungsberufe gekürt. Bei den Köchen steht am Ende Julia Tischer ganz oben auf dem Treppchen und strahlt gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen aus Baden-Württemberg beim späteren Gruppensieg um die Wette. 

 

Julias Anspruch beim Wettbewerb war es, „nicht besser zu sein als andere, sondern meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und besser zu sein als beim letzten Mal“. Ein bisschen überrascht hat sie das Gesamtergebnis dann aber doch: „Während des Kochens kann man nur schwer einschätzen, wo man selbst steht. Der eingeschränkte Platz in der Küche war in jedem Fall eine große Herausforderung.“ 

 

Mit dem gestellten Warenkorb und dem Wettbewerbsdruck kam die 25-Jährige gut zurecht. „Gastronomie ist einfach mein Ding“, sagt Julia Tischer mit einem Lächeln und erzählt aus ihrem bisherigen Berufsleben: „Nach dem Abitur habe ich mit einer Restaurantfach-Ausbildung angefangen und dann noch zwei Jahre Köchin angehängt. Heute weiß ich, mein Herz schlägt für die Küche.“ Die Kalte Küche und die Pâtisserie haben es ihr besonders getan, „am liebsten würde ich ja noch eine Konditorausbildung aufsetzen“.

 

Daraus wird aber vorläufig nichts. Noch in diesem Jahr wechselt Julia „die Seiten“ und kehrt ihrem Ausbildungsbetrieb, dem Engel Obertal Wellness & Genuss Resort in Baiersbronn-Obertal, den Rücken. Es geht weiter in den Europa Park nach Rust, und zwar als Praktikantin in die Marketingabteilung des Hotels. Damit rückt sie nicht nur räumlich wieder näher an ihre Familie: Julia ist im Schwarzwahl zu Hause, genauer gesagt in Winden, auf einer Anhöhe im Elztal gelegen, 20 Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau. Hier haben ihre Großeltern vor mehr als 50 Jahren einen rustikalen Bauernhof zu einem Vier-Sterne-Superior-Hotel mit hohem Wellness-Anspruch ausgebaut. Julias Bruder hat andere berufliche Ziele und sie selbst freut sich jetzt schon darauf, im Elztalhotel irgendwann einmal die Erfolgsstory ihrer Eltern fortzuführen. 

 

Julias Antwort auf die abschließende Frage „Warum Küche?“ kommt prompt: „In diesem Beruf kann man nicht nur seine Kreativität voll ausleben und viel ausprobieren, man kann seinen eigenen Weg finden, überall auf der Welt arbeiten und von anderen dazu lernen. Und, ganz wichtig, Köche lernen Respekt vor den Produkten und den Zubereitungen, wir setzen uns damit auseinander, was wir essen und wie Lebensmittel be- und verarbeitet werden.“